Andreas besteht die Prüfung zum 1. Dan in Kobudo
„Der Schwarzgurt zeigt nicht, dass du angekommen bist. Er zeigt, dass du bereit bist, den Weg wirklich zu beginnen.“
Dieser Gedanke beschreibt die Philosophie der traditionellen Kampfkünste wohl besser als jede Prüfungsordnung. Der erste Dan ist kein Endpunkt – er markiert den Beginn eines neuen Abschnitts auf einem Weg, der nie wirklich endet.
Genau diesen weiteren Meilenstein konnte Andreas am 18. Juli 2026 erreichen. Im US Dojo Zanshinkan in Chesapeake (Virginia, USA) bestand er erfolgreich die Prüfung zum 1. Dan im Kobudo, der traditionellen Waffenkunst Okinawas.
Kobudo ergänzt das Karate durch den Umgang mit den klassischen Waffen Bo, Sai, Tonfa und Kama. Doch hinter den beeindruckenden Techniken verbirgt sich weit mehr als der geschickte Einsatz traditioneller Waffen. Gefordert sind Konzentration, Präzision, Körperbeherrschung, Disziplin und ein tiefes Verständnis der Bewegungsprinzipien, die auch das Karate auszeichnen.
Die Dan-Prüfung verlangte den beiden Prüflingen alles ab. Sämtliche elf Kata mussten mit den unterschiedlichen Waffen sicher und ausdrucksstark präsentiert werden. Hinzu kamen die entsprechenden Bunkai, bei denen die Anwendungen der Kata mit einem Partner demonstriert wurden. Den anspruchsvollen Abschluss bildeten mehrere Kumite-Runden mit den traditionellen Waffen – ein eindrucksvoller Beweis für Technik, Kontrolle und Verantwortungsbewusstsein.
Wer Andreas kennt, weiß, dass dieser Erfolg nicht über Nacht entstanden ist. Hinter dem 1. Dan stehen viele Jahre intensiven Trainings, unzählige Wiederholungen und die Bereitschaft, immer wieder an den eigenen Fähigkeiten zu arbeiten. Gerade darin liegt die eigentliche Bedeutung des Schwarzgurtes: Er zeichnet nicht denjenigen aus, der alles kann, sondern denjenigen, der bereit ist, weiterzulernen.
Der erste Dan ist deshalb nicht das Ende des Weges, sondern der Übergang von Shu zu Ha – vom reinen Erlernen zum bewussten Verstehen. Vielleicht liegt gerade darin die größte Auszeichnung einer Dan-Prüfung.
Von diesem Weg wird künftig auch unser Verein profitieren. Wir werden in Kürze Kobudo-Training anbieten. Der Einstieg erfolgt mit dem Bo, dem traditionellen Langstab. Willkommen sind alle, die die faszinierende Welt des Kobudo kennenlernen und ihren Horizont über das klassische Karate hinaus erweitern möchten.
Wir gratulieren Andreas herzlich zu dieser hervorragenden Leistung und freuen uns, dass er seine Erfahrung, seine Begeisterung und sein Wissen künftig mit uns teilt.
Denn im Budo gilt:
Ein Schwarzgurt schmückt nicht seinen Träger – er verpflichtet ihn.
Nicht zum Perfektsein, sondern zum Weiterlernen. Nicht zum Vorangehen, sondern auch dazu, andere auf ihrem Weg zu begleiten.
Herzlichen Glückwunsch, Andreas!

